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Wir und Frida

Kunst-, Kultur- und Teilhabeprojekt des Kulturamtes der Stadt Pforzheim, Idee und Konzeption von Kunsthistorikerin Regina M. Fischer

Das Kulturamt der Stadt Pforzheim erarbeitet derzeit ein zweiteiliges Kunst-, Kultur- und Teilhabeprojekt mit dem Titel „WIR UND FRIDA“. Die Idee und Konzeption zum Ausstellungsprojekt stammt von der Kuratorin Regina M. Fischer.

Wir und Frida – Wer ist damit gemeint?

Wir – das sind wir Menschen hier in Pforzheim und alle Kunstinteressierten und Frida – ist die berühmte mexikanische Malerin Frida Kahlo.

Die Verbindung zu Pforzheim ist ihr Vater Wilhelm. Er wurde am 26.10.1871 in der Goldtstadt geboren. Sein Geburtstag jährt sich in diesem Jahr zum 150sten Mal.

Mit einer filmischen Spurensuche zum Vater Wilhelm Kahlo und der Geschichte der Traditionsindustrie in Pforzheim werden Bezüge zum Schaffen der berühmten Tochter Frida Kahlo und der mexikanischen Kultur hergestellt.

Das Projekt mündet in einer Ausstellung, kuratiert von Regina M. Fischer, 2022/23 in der Pforzheim Galerie rund um das künstlerische Werk der Familie Kahlo und zeitgenössischer Kunst aus Mexiko.

Von Pforzheim aus wanderte er, wie übrigens auch einige Pforzheimer Schmuckfabrikanten, 1890 nach Mexiko aus. Dort nannte er sich fortan „Guillermo“ und wurde Fotograf. Er hatte ein besonderes Verhältnis zu seiner Lieblingstochter Frida.

Sie begleitete ihn oft, wenn er fotografierte. Als Frida Kahlo ihren verheerenden Unfall hatte, regte er sie an zu malen.

Sie wiederum hat ihn porträtiert und sich auch immer wieder mit ihren mexikanischen und europäischen Wurzeln auseinandergesetzt.

Aktuelles

30.10.-02.11 - Día de los Muertos, Tag der Toten

Im Herbst wird in Mexiko richtig groß gefeiert.
Nach einer in Lateinamerika weit verbreiteten, uralten Vorstellung kommen zwischen dem 31. Oktober (Allerheiligen) und dem 2. November (Allerseelen) die Toten für einige Stunden aus dem Jenseits zurück.

ABLAUF
Dabei gibt es eine festgelegte Reihenfolge: Zunächst kommen in der Nacht zu Allerheiligen die im Kindesalter verstorbenen Angelitos (kleine Engel). In der darauffolgenden Nacht erwartet man die Seelen der entschlafenen Erwachsenen. Zuletzt verabschiedet man auf den Friedhöfen alle Verstorbenen mit Speis und Trank, Musik und Tanz.
Das Fest endet am 2. November um Punkt Mitternacht, denn bis dahin müssen alle Toten wieder zurück sein.

Anders als bei uns an Allerheiligen ist der Dia de los Muertos kein stiller Gedenk- oder Trauertag sondern eher ein buntes fröhliches Volksfest.

HERKUNFT
Der Dia de los Muertos geht auf präspanische Zeit zurück und ist bereits in der aztekischen Kultur nachweisbar. Da es den Spaniern nicht gelungen ist, diesen Brauch zu unterbinden, haben sie versucht eine Verbindung zu den christlichen Totengedenktagen herzustellen.

Nach prähispanischen Vorstellungen kommen die Toten einmal im Jahr aus dem Jenseits. Am Ende der Erntezeit feiern sie gemeinsam mit den Lebenden ein Fest mit Musik, Tanz und gutem Essen.
Die Azteken räumten auch ihren Feinden einen Ort ein, an den die Seelen der Verstorbenen zurückkehren konnten.

In diesem Zusammenhang, ist nach neuerer Forschung auch der Tzompantli ein Gerüst aus Holz zu verstehen, auf dem menschliche Schädel aufgereiht waren.

Die Azteken beispielsweise verstanden den Tod nicht als Ende, sondern als Anfang neuen Lebens; eine Übergangsphase zu einer anderen Dimension der Existenz.

In Vermischung mit dem christlichen Glauben entstand ein einzigartiges kulturelles Fest, das die Bräuche des vorspanischen Mexiko teilweise weiterleben lässt.

BUNT, LAUT UND FRÖHLICH
Die laute bunte Fröhlichkeit dient dazu Angst zu bannen, Erinnerung an die Ahnen und Verstorbenen lebendig zu erhalten. Das geschieht ohne Verdrängung oder Schauern, das Sterben wird nicht verdrängt.

DER TOD IN DER MEXIKANISCHEN KULTUR
Auch unterhalb des Jahres gehört der Tod in der mexikanischen Kultur mehr zum Leben.
Beispielsweise La Calzada del Hueso (die Knochenstraße) oder La Barranca del Muerto (die Schlucht der Toten).
Am Ende der Erntezeit um den 15. Oktober beginnen die Vorbereitungen für den Dia de los Muertos. An zahllosen Ständen, auf den Straßen und in Geschäften erscheinen die Calaveras, knöcherne Figuren aus Pappmaché, Gips oder Zucker.

OFRENDAS
Für die Feierlichkeiten werden die Friedhöfe geschmückt und ofrendas – Altäre für die Toten werden errichtet.

Diese Totenaltäre oder Gabentische stehen ebenso in privaten Häusern wie auf öffentlichen Plätzen.
Sie begrüßen die Toten, sie sollen sich nach der anstrengenden Reise aus dem Totenreich zunächst stärken und erfrischen. Dazu sind die Lieblingsmahlzeit, Getränke, Blumen, Fotos – Erinnerungsstücke, natürlich Kerzen und Weihrauch aufgestellt. Diese Gaben dienen zum Beweis wie lebendig sie noch in der Erinnerung der Hinterbliebenen sind, vermisst werden.

TYPISCHES NASCHWERK
Kleine Totenschädel, die die Namen der Verstorbenen auf der Stirn tragen, die Calaveras de Azúcar werden von Konditoren und Süßwarenherstellern aus Zucker, Schokolade oder Marzipan hergestellt.

Eine weit verbreitete Spezialität ist auch el Pan de Muerto.
„[…] das Brot der Toten, ist ein süßes Brot, das oft Anissamen enthält und mit Knochen und Schädeln aus Teig verziert ist. Die Knochen können in einem Kreis angeordnet sein, der den Kreislauf des Lebens repräsentiert. Kleine Teigtropfen symbolisieren Trauer“schrieb Logan Ward in einem Artikel für die deutsche Ausgabe von National Geografik, 2017.

FLOR DE MUERTOS
Die leuchtend gelben oder orangefarbene Cempasúchil oder auch Flor de Muertos (Blume der Toten‘), entweder die Aufrechte Studentenblume, eine Tagetesart, oder Ringelblumen und gelbe Chrysanthemen, dienen als Blumenschmuck.

Sie schmücken die Gräber auf den Friedhöfen und markieren auch die Wege. Wie eine Art Leitsystem, als Empfangsteppich und Wegweiser für die Verstorbenen vom Haus bis zum Friedhof ausgelegt,

Die Tagetes, auch Studentenblume, Samtblume, türkische Nelke oder Totenblume genannt, ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae): Sie ist von den USA über Mexiko und Zentralamerika bis Südamerika weitverbreitet. Ihren Namen erhielten die Tagetes nach dem etruskischen Gott Tages

Die leuchtend gelbe oder orange Farbe ist wichtig, da sie – so glaubt man in Mexiko – in ihrer Leuchtkraft am ehesten von den Verstorbenen wahrgenommen wird. Vielleicht hat die Farbigkeit aber auch einen Bezug zur Sonne, zum Licht, zum Leben?

DIE FIGUREN DES DIA DE LOS MUERTOS
Am bekanntesten ist die Hauptfigur La Catrina.

Aussehen
Eine Dame – Skelett in einem langen, zunächst schwarzen Kleid mit auffallend großem Hut. Sie sieht aus, als käme sie aus besseren Kreisen, was ihr als Skelett aber nicht mehr viel nützt.Im Angesicht des Todes sind alle Menschen gleich. An dieser Stelle ergibt sich doch eine Verbindung zumdanse macabreoder den Totentanz Zyklen am Ende des Mittelalters.

Herkunft
Eine Vorform der Calatreva Catrina wurde vielleicht schon von Manuel Manilla (1830-1895) dargestellt. In der heutigen Gestalt geht sie auf den mexikanischen Kupferstecher José Guadalupe Posada (1854-1913) zurück. Erfunden Anfang des 20. Jahrhunderts als politische Zeichnung um die vorrevolutionäre mexikanische Oberschicht unter Porfirio Díaz zu karikieren.

In der Revolution von 1910 wurde diese Darstellung sehr bekannt. Diego Rivera (1886-1957) stellte La Catrina in seinem berühmten Wandbild „Traum an einem Sonntagnachmittag im Alameda Central„ ins Bildzentrum direkt neben Frida. Dort trägt sie ein helles Kleid, einen weit ausladenden Hut, der mit Federn und Blumen geschmückt ist und eine Federboa. Der Schlangenkopf mit der gespaltenen Zunge verweist auf den aztekischen Gott Quetzalcóatl.

Name
Ursprünglich wurde die skelettierte Karikatur La Garbancera genannt. Erst bei Rivera erhält sie den Namen Catrina. Der abwertend gemeinte Begriff Catrin bezeichnet in der spanischen Sprache eine wohlhabende oder reiche Person, vielleicht analog zu unserem Wort Schnösel.
Im Zuge der Mexikanischen Revolution von 1910 wurde La Catrina, zu einem Zeichen für Ungleichheit in der mexikanischen Gesellschaft und damit für Unterdrückung.

Calaveras
Nicht ganz so populär sind weitere Sekelettfiguren aus allen möglichen Materialien wie Pappmaschee, Gips oder Zuckerguss – die Calaveras.
Da sind die Mariachos, die musizierenden Skelette, oder Salvatore Calavera, der seinen eigenen Kopf unterm Arm trägt und die beiden skelettierten Tiere, den verrückten Esel Burro Loco und der Hund Perrocito.

Die UNESCO hat den Dia de Muertos bereits 2003 zum „Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit“ ernannt, seit 2008 ist er nun in die Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden.

Kulturwissenschaftler haben die Sorge, dass die traditionellen Feierlichkeiten sukzessive von dem eher kommerziell ausgerichteten Halloween aus USA überformt werden.

Wilhelm Kahlo

Guillermo Kahlo

Wilhelm Kahlo wird am 26.10.1871 in Pforzheim geboren.
Im Januar 1872 wird er mit dem vollen Namen Wilhelm Karl Kahlo in der evangelischen Stadtkirche in Pforzheim getauft. 1874 zieht die Familie von Pforzheim nach Lichtental, heute ein Stadtteil von Baden-Baden. Am 15.04.1877 stirbt die älteste Schwester Hermine Caroline Henriette 14jährig. Ein Jahr später stirbt die Mutter Henriette Kahlo, mit nur 38 Jahren, im Kindsbett. 1881 heiratet der Vater am 28.04. seine zweite Frau Karolina Ludowika Rahm. 
Im Mai 1890 entschließt sich Wilhelm mit dem Schiff ab Hamburg nach Veracruz auszureisen und nennt sich fortan Guillermo. 1893 heiratet Guillermo Kahlo Maria Cardeña Espino, mit ihr hat er zwei Töchter. Ein Jahr später erhält er am 21.11.1894 die mexikanische Staatsbürgerschaft. Ende Oktober 1897 verstirbt seine erste Frau Maria. 1989 vermählt Guillero Kahlo sich mit Mathilde Calderon y Gonzales, der Tochter eines Fotografen, mit ihr hat er vier Töchter. Im selben Jahr erhält er seinen ersten Fotoauftrag, die fotografische Dokumentation des Baus der „Casa Boker“. Am 9.10.1903 verstirbt sein Vater und Guillermo klagt sein Erbe ein und erhält ein Viertel des väterlichen Vermögens. Ein Jahr später kauft er mit dem Geld ein Grundstück in Coyoacán und baut die Caza Azul, dem heutigen Frida-Kahlo-Museum. Im selben Jahr erhält er einen Großauftrag die nationalen Monumente Mexikos zu fotografieren und bereist weite Teile des Landes.
Am 06.07.1907 wird seine Tochter Frida geboren. Nach dem Tod seiner Ehefrau Mathilde Calderón de Kahlo am 15.09.1932 zieht Guillermo, gesundheitlich angeschlagen, in das Haus der ältesten Tochter Mathilde. 
1941, am 14.04. verstirbt Guillermo Kahlo in Mexiko.

Literatur:
Gabriele Franger, Rainer Huhle: Fridas Vater: Der Photograph Wilhelm Kahlo. Von Pforzheim nach Mexiko. Bildband mit Texten von Juan Coronel Rivera, Cristina Kahlo Alcalá, Helga Prignitz-Poda, Raquel Tibol und den Herausgebern. Schirmer/Mosel, München 2005.

Vita Wilhelm Kahlo - filmische Spurensuche

Frida Kahlo

Am 6. Juli 1907 wurde Frida Kahlo in Coyoacán, in Mexiko-Stadt geboren. Ihr Vater war Wilhelm Kahlo, ein gebürtiger Pforzheimer.
1913 erkrankte Frida an Kinderlähmung, sie war lange ans Bett gefesselt und ihr rechtes Bein verkümmerte.
Ab 1922 besuchte sie die Escuela Nacional Preparatoria, eine der besten Schulen Mexikos.

Am 17. September 1925 ereignete sich das verheerende Busunglück, bei dem Frida Kahlo schwer verletzt wurde. Auf Grund dieses Unfalls blieb Frida Kahlo zeitlebens leidend, sie war monatelang ans Bett gefesselt und musste sich zahlreichen Operationen und schmerzhaften Therapien unterziehen.  In der Malerei verarbeitete Frida Kahlo ihre persönliche Situation und körperlichen und seelischen Schmerzen.
1929 heiratete Frida den berühmten, 20 Jahre älteren, mexikanischen Maler Diego Rivera zu ersten Mal. Beide führten eine turbulente Ehe, die von tiefer Verbundenheit aber auch von Affären und gegenseitigen Verletzungen geprägt war. 1939 kam es zur Scheidung. 
Am 8. Dezember 1940 hat Frida Kahlo Diego Rivera erneut geheiratet.
Frida Kahlo zählte eine ganze Reihe bedeutender Persönlichkeiten zu ihrem Freundeskreis.
Sie hielt sich für einige Monate in den USA und in Paris auf.
Zusammen mit ihrem Mann zählte sie 1943 zu den ersten Lehrkräften an der „La Esmeralda“, einer heute noch existierenden Kunstschule.
1953 fand in Mexiko City die erste Einzelausstellung mit Werken von Frida Kahlo statt. Diese offizielle Würdigung hatte sie sich lange gewünscht und so ließ sich Frida, die zu dieser Zeit schon ans Bett gefesselt war, zur Eröffnung tragen.
Am 13. Juli 1954 starb Frida Kahlo an einer Lungenembolie. Beweise für den, von Freunden vermuteten, Selbstmord konnten nicht gefunden werden da Diego Rivera eine Obduktion ihrer Leiche verweigerte.

Frida Kahlo ist heute überaus populär. Ihre Selbstbildnisse faszinieren Millionen von Menschen weltweit.

Literatur zu Frida Kahlo

Ansel Adams, Elena Poniatowska, Carla Stellweg: Frida Kahlo. Die verführte Kamera – ein photographisches Porträt von Frida Kahlo. Wiese, Basel 1992, ISBN 3-909158-71-4.
Isabel Alcántara, Sandra Egnolff: Frida Kahlo und Diego Rivera. Pegasus-Bibliothek. Prestel, München 2005, ISBN 3-7913-3244-9.
Erika Billeter (Hrsg.): Das blaue Haus. Die Welt der Frida Kahlo, Schirn Kunsthalle, Frankfurt 1993, ISBN 978-3-49919-345-3.
Bilkis Brahe: „Tragödien sind albern“. Frida Kahlo (1907–1954). Eine amerikanische Malerin (= Widerständige Frauen. Band 4). Edition AV, Lich/Hessen 2007, ISBN 3-936049-80-7.

Pierre Clavilier: Frida Kahlo, les ailes froissées. Jasmin, Clichy 2006, ISBN 2-912080-53-3.

Gérard de Cortanze, Lorraine Audric: Frida Kahlo und Diego Rivera. Gesehen von Gisèle Freund. Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin 2014, ISBN 978-3-942787-32-1.

Reinhild Feldhaus: Der Ort von Künstlerinnen im Diskurs der Avantgarde: zur Rezeption von Paula Modersohn-Becker, Frida Kahlo und Eva Hesse (= Dissertation.de. Band 1565). Dissertation.de, Berlin 2009, ISBN 978-3-86624-465-8 (Dissertation, Uni Oldenburg, 2002, 223 S.).

Uta Felten; Tanja Schwan (Hrsg.): Frida Kahlo (= Tranvía sur. Band 18). Körper, Gender, Performance. Edition Tranvía, Frey, Berlin 2008, ISBN 978-3-938944-15-8 (deutsch und spanisch).

Christine Fischer-Defoy (Hrsg.): Frida Kahlo. Das private Adressbuch. Koehler & Amelang, Leipzig 2009, ISBN 978-3-7338-0367-4.

Maren Gottschalk: Die Farben meiner Seele. Die Lebensgeschichte der Frida Kahlo. Beltz & Gelberg, Weinheim 2010, ISBN 978-3-407-81060-1.

Karen Genschow: Frida Kahlo. Leben, Werk, Wirkung (= Suhrkamp Basisbiographie. Band 22). Suhrkamp, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-518-18222-2

Salomon Grimberg: Ich werde Dich nie vergessen… – Frida Kahlo und Nickolas Muray. Unveröffentlichte Photographien und Briefe. Übersetzt von Christian Quatmann. Schirmer/Mosel Verlag, München 2004, ISBN 3-8296-0120-4 (Originaltitel: I Will Never Forget You…).

Salomon Grimberg: Frida Kahlo. Bekenntnisse. Übersetzung von Christiane Court. Prestel, München [u. a.] 2009, ISBN 978-3-7913-4188-0 (Originaltitel: Song of herself).

Francisco Haghenbeck: Das geheime Buch der Frida Kahlo (= Insel Taschenbuch. Band 4001). Übersetzt von Maria Hoffmann-Darteville. Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-458-35701-8 (Roman; Originaltitel: Hierba Santa).

Hayden Herrera: Frida Kahlo, Malerin der Schmerzen, Rebellin gegen das Unabänderliche. Scherz, München 1983, ISBN 3-502-18309-0.

 

Hayden Herrera: Frida Kahlo. Ein leidenschaftliches Leben. Übersetzt von Dieter Mulch. Vorwort von Erika Billeter. Scherz, Bern/München/Wien 1995, ISBN 3-502-18311-2.

Hayden Herrera: Frida. Biographie de Frida Kahlo (= Livre de poche. Band 14573). Übersetzt aus dem Englischen von Philippe Beaudoin. Editions Anne Carrière, Paris 1996, ISBN 2-253-14573-4 (französisch; 730 S.).

María Hesse: Frida Kahlo. Eine Biografie. Insel, Berlin 2018, ISBN 978-3-458-36347-7.

Frida Kahlo: Gemaltes Tagebuch. Kindler, München 1995, ISBN 3-463-40276-9.

Frida Kahlo und Tina Modotti. Katalog der Whitechapel Gallery, London 1982; Neue Kritik, Frankfurt 1982, ISBN 3-8015-0180-9 (deutsch).

Helga Prignitz-Poda, Salomon Grimberg und Andrea Kettenmann (Hrsg.): Frida Kahlo. Das Gesamtwerk. Aus dem Amerikanischen von Bodo Schulze, spanische Texte übersetzt von Gabriela Walterspiel und Veronica Reisenegger. Neue Kritik, Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-8015-0215-5.

Helga Prignitz-Poda: Frida Kahlo – Retrospektive. Ausstellungskatalog Martin-Gropius-Bau. Prestel, München 2010, ISBN 3-7913-5009-9.

Helga Prignitz-Poda: Frida Kahlo. Die Malerin und ihr Werk. Schirmer/Mosel Verlag, München 2003, ISBN 3-8296-0067-4.

Guadalupe Rivera, Marie-Pierre Colle, Ignacio Urquiza: Mexikanische Feste. Die Fiestas der Frida Kahlo. Christian, München 1998, ISBN 3-88472-398-7.

Juan Coronel Rivera, Rainer Huhle, Gaby Franger (Hrsg.): Fridas Vater. Der Fotograf Wilhelm Kahlo. Von Pforzheim bis Mexiko. Schirmer/Mosel Verlag, München 2005, ISBN 3-8296-0197-2.

Laura Rodrigues Nöhles: Frida Kahlo in Deutschland. Eine Rezeptionsgeschichte. Reimer, Berlin 2015, ISBN 978-3-496-01536-9 (Dissertation, Universität Freiburg im Breisgau, 2014).

Linde Salber: Frida Kahlo. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1997, ISBN 3-499-50534-7.

Dieter Wunderlich: Frida Kahlo. Ihr Werk. Hörbuch mit Vera Müller, CD, 42 Min., Hoerwerk, Leipzig 2005, ISBN 3-86189-906-X.

Belletristik

Caroline Bernard: Frida Kahlo und die Farben des Lebens. Aufbau, Berlin 2019, ISBN 978-3-7466-3591-0 (Mit Literaturangaben).

Termine

24.11.2021 - Todestag Diego Rivera

08.12.2021 - 2. Hochzeit Frida mit Diego Rivera = Geburtstag Diego

Projektverlauf

Sensation – Rekordpreis erwartet – ein Gemälde von Frida Kahlo kommt in eine Auktion

Es kommt durchaus nicht alle Tage vor, dass ein Bild von Frida Kahlo zum Verkauf steht. Nun informierte das Auktionshaus Sotheby’s, dass ein Gemälde im November in New York zur Versteigerung kommt.

Das Selbstporträt „Diego y yo“ von 1949, war bereits einmal 1990 für 1,4 Mio Dollar verkauft worden. Damit war Fridas Gemälde das erste Kunstwerk aus Lateinamerika, das die Millionengrenze überschritt.

Zu sehen ist Frida mit einem Porträt von Diego Rivera auf der Stirn. Auf seiner Stirn wiederum zeigt sich ein drittes Auge. Frida stellt heraus, dass Diego, ein Teil Ihres Denkens, ein Teil ihrer selbst ist. Das Gemälde symbolisiert die Trauer Fridas, angesichts einer Affäre ihres Gatten mit der mexikanischen Filmschauspielerin Maria Felix. Frida, die sich hier mit Tränen darstellt, war außer sich, da die Liebesbeziehung in der Presse breitgetreten wurde und verkroch sich zunächst in ihrem Haus.

Diesmal rechnen Experten mit einem Rekorderlös von mehr als dreißig Millionen Dollar (knapp 26 Millionen Euro). Das wäre dann der höchste Preis, der je für ein Gemälde Frida Kahlos oder für ein Kunstwerks aus Lateinamerika erzielt wurde.

"Wir und Frida!" - Projektvorstellung, Kunsthistorikerin Regina M. Fischer (Idee und Konzeption) zusammen mit Kulturamtsleiterin Angelika Drescher

Statements zu und über Frida Kahlo und ihrem Vater Wilhelm Kahlo

Sibylle Schüssler, Kulturdezernentin

Frida Kahlo hat ihre Wurzeln in Pforzheim, das stellt schon eine Verbundenheit her. Das Leben von Frida Kahlo bewegt mich sehr, ihre schmerzhaften Erfahrungen prägen auch ihre künstlerische Arbeit; eine wie ich finde beeindruckende Authentizität strahlt aus ihren Werken. Sie wurde durch ihr künstlerisches Schaffen auch ein Vorbild für Künstlerinnen in ihrer Zeit und später.

Alfred Müller, Künstler

Disculpame Frida, Ich habe mich bis heute leider nicht ernsthaft mit der Kunst von Frida Kahlo beschäftigt. Als ich in den 80ern Malerei studierte, waren immer noch viele der Ansicht, Malen sei Männersache. Nicht daß ich auch dieser Meinung gewesen wäre, aber tatsächlich beschäftigte ich mich damals wenig mit der Malerei von Frauen, obwohl ich die Bilder von Frida Kahlo natürlich kannte. Mit ihrem Mann, dem Maler Diego Rivera hatte ich mich allerdings schon beschäftigt. Auf meinen inzwischen zahlreichen Mexikoreisen verhinderte die allgegenwärtige Präsenz Fridas als nationale Ikone in Medien und auf Plakaten bis hin zu Instagramfiltern mit denen man sich Monobraue und Damenbart zulegen kann und dem Devotionalienhandel mit Frida Kahlo Kitsch in Souvenirshops eine ernsthafte Auseinandersetzung. Dabei passt ihre Geschichte mehr als perfekt in meine neue Heldinnenserie über starke Frauen, die zum Opfer zu Märtyrerinnen werden. Nach Cindy, Tracy, Amy und Elena sollte das nächste Bild Frida heißen.

Angelika Drescher, Kulturamtsleiterin

Frida Kahlo war eine bemerkenswert mutige und starke Frau ! Die Beschäftigung mit ihr als Person, aber auch mit ihrer Kunst fasziniert und gibt Impulse! Ich freu mich auf dieses partizipative Ausstellungsprojekt

Mach mit bei "Wir & Frida"

Möchten Sie etwas zum Ausstellungsprojekt mit einem Statement zu Frida und/oder ihrem Vater, ein Bild oder Ausstellungsobjekt beitragen? Schreiben Sie uns! Wir freuen uns auf Ihre Beiträge!

Was verbinde ich mit Frida Kahlo und/oder mit Wilhelm Kahlo? Was aus Pforzheim erinnert mich an die Künstlerin oder an ihren Vater?

Bitte beachten Sie, dass vor Veröffentlichung alle Beiträge von der Kuratorin Regina M. Fischer geprüft werden.