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Wie Pforzheim beinahe Universitätsstadt wurde …

Dr. Erwin Morgenthaler entführt auf spannende Bildungsreise in ins Mittelalter

Dr. Erwin Morgenthaler beim Vortrag
Dr. Erwin Morgenthaler (Foto: Stadtarchiv)

Montagabend im Stadtarchiv Pforzheim – zum ersten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie konnte die Reihe vergangenen Montag fortgesetzt werden: Dr. Erwin Morgenthaler sprach über die Pforzheimer Bildungslandschaft des Mittelalters. Coronabedingt konnte der Vortrag nicht im Stadtarchiv stattfinden, sondern wurde ins Reuchlin-Gymnasium verlegt. Die Schule war neben der Löblichen Singergesellschaft Pforzheim Kooperationspartner bei der Veranstaltung. Die Teilnahme war nur mit Voranmeldung möglich. Rasch waren die festen Sitzplätze für die 35 Teilnehmer*innen vergeben, die mit großer Aufmerksamkeit und anschließender Diskussionsfreude der Veranstaltung folgten. Nach der Begrüßung durch Schulleiter Kai Adam und Archivleiterin Klara Deecke beleuchtete Erwin Morgenthaler die Pforzheimer Bildungslandschaft. Im Mittelpunkt stand die renommierte Pforzheimer Lateinschule. Die Anwesenden konnten Aufstieg und Blütezeit dieser Institution mitverfolgen, deren Fortschrittlichkeit und Exzellenz Pforzheim überregional bekanntmachte. Mit vielen anschaulichen Beispielen, etwa wie Johannes Reuchlin den Reformpädagogen Georg Simler an die Lateinschule holte, wie Philipp Melanchthon hier in Pforzheim seine „Humanistentaufe“ erhielt, mit welchen Argumenten ehemalige Pforzheimer Lateinschüler die Kirche reformieren und Luther von seinen Lehren abbringen wollten oder wie Pforzheim Mitte des 15. Jahrhunderts beinahe Sitz einer Universität geworden wäre, wenn Markgraf Karl I. nicht in der Mainzer Stiftsfehde unterlegen wäre, garnierte der Referent seine Darstellung.

Die Kooperation mit dem Reuchlin-Gymnasium erwies sich dabei nicht nur organisatorisch, sondern auch thematisch als gelungen: Das Reuchlin-Gymnasium kann sich direkt aus der Lateinschule herleiten …