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Ausstellung

Zart wie Eisen - Schmuck aus einer Privatsammlung

Sonderausstellung

In der Zeit vom Ende des 18. bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war mit dem sogenannten Eisenschmuck eine besondere Art von Preziosen beliebt: kunstvoll und filigran wie Spitze, jedoch aus Eisen gegossene Colliers, Armbänder, Ohrgehänge und Broschen oder auch Ringe. Sein schlichtes Material, die klare Formensprache und der etwas spröde Charakter spiegeln die Werte der damaligen Gesellschaft wider: Beständigkeit, Bescheidenheit und Zurückhaltung. Dem Geschmack der Zeit entsprechend, finden sich Elemente aus der gotischen Architektur oder florale Ornamente aus der Antike wie Akanthus, Palmette und Weinblatt. Neben Berlin – woher die Bezeichnung »fer de Berlin« stammt – war Gleiwitz eine der wichtigen Gießereien. Anfangs handelte es sich bei Eisenschmuck in erster Linie um Trauerschmuck, und preußische Frauen trugen nach dem Tod ihrer Königin oft Luisenanhänger oder -broschen. Während der Befreiungskriege wurde das Tragen von Eisenschmuck immer mehr zu einer politischen Aussage oder patriotischen Mode, und er wurde »für die Rettung des Vaterlands« angelegt. Dies hatte seinen Ursprung in einem Appell der Prinzessin Marianne von Preußen im Jahr 1813, Goldschmuck gegen solchen aus Eisen einzutauschen. Neben diesem politischen Hintergrund war auch der Stand der technischen Entwicklung eine entscheidende Voraussetzung, um solch anspruchsvolle Entwürfe umzusetzen. Diese stammten unter anderem auch vom damaligen Hofbaumeister Karl Friedrich Schinkel. Zur Zeit des Ersten Weltkriegs kamen Schmuckstücke mit der Aufschrift »Gold gab ich für Eisen« abermals in Mode. Die Exponate der Ausstellung stammen aus der Sammlung Klaus-Peter und Judith Thomé.